Was braucht man auf einer Alm zum Übernachten?

Januar 21, 2026 Redaktion MTB Chiemgau

Was braucht man auf einer Alm zum Übernachten?

 Tipps und Empfehlungen für die perfekte Almübernachtung

Die Alpenwelt bietet nicht nur grandiose Ausblicke und Naturerlebnisse, sondern auch die Möglichkeit, in einer gemütlichen Alm zu übernachten. Ob nach einer langen Wanderung oder als Ziel für eine entspannte Auszeit – das Übernachten auf einer Alm ist eine einzigartige Erfahrung. Doch was braucht man eigentlich, um sich für eine Nacht oder mehrere Tage auf einer Alm wohlzufühlen?

1. Die richtige Ausrüstung für das Schlafen

Die Almübernachtung ist zwar weniger komfortabel als ein Hotelzimmer, aber das bedeutet nicht, dass du auf wichtige Annehmlichkeiten verzichten musst. Achte darauf, die richtigen Schlafutensilien dabei zu haben, damit du erholt und entspannt schlafen kannst.

Wichtige Ausrüstungsgegenstände:

  • Schlafsack: Besonders in den Bergen kann es nachts auch im Sommer recht kühl werden. Ein leichter, aber gut isolierender *Schlafsack* ist unverzichtbar. Achte darauf, dass er für die zu erwartenden Temperaturen geeignet ist. In höheren Lagen kann es auch im Sommer schnell unter 10°C abkühlen. Für Temperaturen zwischen 5°C und 15°C sind sogenannte *Sommer-Schlafsäcke* mit einem Temperaturbereich von 0°C bis 5°C ideal.
  • Isomatte: Eine *Isomatte* sorgt für einen angenehmen Schlafkomfort, schützt vor der Kälte vom Boden und dämpft die Unebenheiten. Kompakte, aufblasbare Modelle sind leicht und bieten guten Komfort, während Schaumstoffmatten robuster und ebenfalls sehr komfortabel sind. Wer etwas mehr Platz und Komfort möchte, kann auch auf eine dickere Matte setzen.
  • Kopfkissen: Oft werden Almübernachtungen mit einem einfachen Kopfkissen ausgestattet, aber viele Wanderer bevorzugen es, ihr eigenes Kissen mitzubringen. Ein leichtes, komprimierbares Kissen oder ein Kissenbezug, den man mit einem Pullover oder einem Handtuch füllen kann, kann den Schlafkomfort enorm steigern.

2. Kleidung und Schutz vor der Kälte

Selbst im Sommer können die Nächte auf der Alm ziemlich kühl werden. Die richtige Kleidung ist also entscheidend, um die Nacht warm und gemütlich zu verbringen.

Empfohlene Kleidung:

  • Schichtenprinzip: Gerade auf der Alm ist es wichtig, Kleidung in mehreren Schichten zu tragen, um flexibel auf Temperaturänderungen reagieren zu können. Eine funktionelle Basisschicht aus Merinowolle oder Synthetik sorgt für den Feuchtigkeitstransport und hält dich warm. Eine isolierende Zwischenschicht, wie eine Fleecejacke oder eine Daunenjacke, und eine winddichte, wasserdichte Außenschicht schützen vor kaltem Wind und Regen.
  • Mütze und Handschuhe: Auch in den Sommermonaten kann es nachts empfindlich kalt werden, besonders in höheren Lagen. Eine Mütze, die den Kopf warm hält, und leichte Handschuhe können oft den Unterschied zwischen einem erholsamen Schlaf und einer unruhigen Nacht ausmachen.
  • Warme Socken: Ein Paar warme *Wollsocken* sind bei kalten Nächten ein Muss, um Füße warm zu halten. Achte darauf, dass die Socken gut sitzen und nicht zu eng sind.

3. Essen und Trinken

Das Essen auf der Alm ist oft einfach, aber schmackhaft. Viele Hütten bieten rustikale Gerichte wie Eintöpfe, Speck, Käse und frisches Brot an. Dennoch solltest du einige eigene Snacks mitnehmen, um auf der sicheren Seite zu sein, falls du spät ankommst oder noch Hunger hast.

Empfohlene Lebensmittel:

  • Energieriegel und Nüsse: Diese sind perfekte Snacks, um den Tag zu überbrücken oder bei einer kleinen Wanderung zwischendurch den Hunger zu stillen. Sie bieten schnelle Energie und sind leicht zu transportieren.
  • Frisches Wasser: Viele Almen haben Trinkbrunnen oder Wasserquellen, doch es schadet nicht, immer eine Flasche Wasser dabei zu haben. Besonders bei längeren Wanderungen oder in heißen Sommermonaten ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
  • Kochutensilien (optional): Falls du selbst kochen möchtest oder auf einer Alm ohne Verpflegung übernachtest, ist es ratsam, leichte Kochausrüstung wie einen kleinen Campingkocher, Töpfe und eine kleine Essensration mitzunehmen. Achte darauf, dass du alles gut verstauen kannst, um Gewicht zu sparen.

4. Hygiene und Komfort

Hygiene ist natürlich auch auf der Alm wichtig, auch wenn man nicht den Luxus eines Hotelbades hat. Hier einige Tipps, um sich frisch zu halten:

  • Feuchttücher: Falls auf der Alm kein fließendes Wasser verfügbar ist, sind Feuchttücher eine hervorragende Möglichkeit, um sich schnell zu erfrischen. Sie eignen sich auch gut für die morgendliche Reinigung, bevor du wieder auf den Trail gehst.
  • Toilettenpapier: Die meisten Hütten stellen Toilettenpapier zur Verfügung, aber es kann nie schaden, eine kleine Rolle auf der Wanderung dabei zu haben – besonders bei entlegenen Almen.
  • Zahnbürste und Zahnpasta: Kleine Reisegrößen von Zahnpasta und Zahnbürste sind unverzichtbar, damit du dich nach einem langen Tag auf der Alm frisch fühlen kannst.
  • Handschuhe und Kopfnetze: Wenn du besonders in den Sommermonaten übernachtest, kann es auf der Alm viele Mücken oder andere Insekten geben. Ein kleines Mückennetz für das Gesicht oder eine leichte Mütze mit Insektenschutz können sehr hilfreich sein.

5. Sicherheit und Notfallausrüstung

Die Almübernachtung bietet zwar eine wunderbare Auszeit, aber in den Bergen können unvorhergesehene Situationen auftreten. Daher sollte immer eine kleine Notfallausrüstung mit dabei sein.

  • Kompakte Taschenlampe oder Stirnlampe: Eine Stirnlampe ist besonders praktisch, wenn du nachts aufstehen oder den Hüttenbereich sicher erreichen musst.
  • Erste-Hilfe-Set: Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Pflastern, Desinfektionsmittel und Schmerzmitteln ist bei jeder Bergtour sinnvoll und sollte auf der Almübernachtung nicht fehlen.
  • Kartenmaterial oder GPS-Gerät: Selbst wenn du dich auf gut markierten Wegen befindest, kann es nicht schaden, eine Karte oder ein GPS-Gerät dabei zu haben, um sicher zum Ziel zu finden.
  • Multitool: Ein kleines Multitool kann im Notfall Wunder wirken. Es ist leicht und vielseitig einsetzbar – zum Beispiel, um lose Schrauben zu drehen oder kleinere Reparaturen vorzunehmen.

6. Berücksichtigung von Tieren

In vielen Almen gibt es Tiere wie Kühe, Schafe oder Ziegen, die als Teil der traditionellen Almbewirtschaftung oft frei herumlaufen. Einige Almen haben zudem Hühner oder andere Tiere, die Teil der Ausstattung sind. Beachte, dass Tiere zu bestimmten Zeiten in der Nähe sein können.

  • Respektiere die Tiere: Auch wenn die Tiere meistens sehr friedlich sind, sollte man vorsichtig im Umgang mit ihnen sein. Insbesondere Kühe können bei Annäherung nervös werden. Bewahre Abstand, besonders wenn du in der Nähe der Tiere schläfst.
  • Futter und Snacks: Lass deine Snacks nicht unbeaufsichtigt, da Tiere wie Hunde, Katzen oder sogar Vögel versuchen könnten, diese zu stehlen.

Fazit

Das Übernachten auf einer Alm ist ein Erlebnis, das mit der richtigen Vorbereitung zu einem unvergesslichen Abenteuer wird. Mit der richtigen Ausrüstung, der passenden Kleidung und einigen praktischen Hilfsmitteln wird dein Aufenthalt auf der Alm sowohl komfortabel als auch sicher. Vergiss nicht, dass in den Bergen oft wechselhaftes Wetter herrscht, also sei auf alle Eventualitäten vorbereitet und genieße deine Zeit in der unberührten Natur der Alpen!